Erbauung der Beamtenkolonie
Ab 1895 entstand in mehreren Bauabschnitten die heutige Beamtensiedlung, eine rasterförmig angelegte Wohnsiedlung, die für leitende Beamte (hochrangige Verwaltungsangestellte) des Bayerwerkes errichtet wurde.
Die rasterförmige Anordnung der Wohnsiedlung findet sich übrigens in unserem heutigen Markensymbol wieder.
Chefingenieur Ludwig Girtler wurde die Aufgabe gestellt, das für die Arbeiterkolonie bestimmte Terrain nach einem einheitlichen Plan in Form einer Gartenstadt mit freien Plätzen und mit für eine Gruppe von Häusern zentrisch gelegenen Gärten anzulegen und die Häuser selbst für 2-4 Familien auch äußerlich freundlich und villenartig zu bauen, ohne an einen einheitlichen Stil gebunden zu sein.
Die ersten vier Bauten lagen an der Friedrich-Bayer-Straße, heute Teil des Werksgeländes. Um 1900 wurde das Backsteinreihenhaus Carl-Rumpff-Str. 47-67 erbaut, welches der älteste erhaltene Haustyp der Kolonie ist.
Neben einer Reihe von Doppelhäusern entstanden bis zum 1. Weltkrieg im südlichen Teil der Anlage drei repräsentative Villen für die Werksdirektoren Dr. Hees, Dr. Mann und Quinke. Die Sonderstellung der Bauten wird durch ihre Lage, den parkartigen Gärten und zugehörigen Garagenbauten am Grundstücksrand deutlich.
Gestalterisch miteinander verwandt ist die Gruppe der bis 1904/5 errichteten Bauten, überwiegend verputzte Doppelhäuser, mit Zierfachwerk, Dachaufbauten, Giebel und Loggien vorwiegend im Bereich Friedrich-Bayer-Straße.
Kurz nach 1905 entstanden die Doppelhäuser der Henry-Theodor-von Böttinger-Straße mit ähnlichen Gestaltungsmerkmalen. Danach wurden die Bauten strenger und einfacher durchgestaltet, wie die nach 1910 entstandenen Wohnhäuser der Friedrich-Weskott-Straße zeigen.
Nach dem 1. Weltkrieg entstanden noch sehr ähnliche Haustypen, jedoch wurden die Hauseinheiten enger aneinandergereiht und bescheidener bemessen. Bis in die 80er Jahre ist der Beamtensiedlung weitergebaut worden, prägend sind jedoch die bis 1914 errichteten Gebäude.